Studium Dunedin - Studieren in Dunedin - Studium in Neuseeland

Studium in Neuseeland

University of Otago - Universität in Dunedin
.: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Studium in Neuseeland :.

 
Institut Ranke-Heinemann

 

Erfahrungsberichte - University of Otago / Neuseeland


Hermann Riess: Commerce: Management [7/2005 - 7/2008]
Tina Vater: Psychology [2/2006 - 12/2007]
Delf Weinhold: Medien [7/2006 - 12/2006]
Nina Dickerhof: Biotechnologie [2/2005 - 7/2005]

Erfahrungsbericht - Hermann Riess



Leben und Studieren im
Land der langen weißen Wolken

Ein Erfahrungsbericht von Hermann Riess


„1. Juli – Flughafen München. Gestresste Touristen, gelangweilte Sicherheitskräfte, mühsame Kontrollen und lange Wartezeiten. Doch all dass bekomme ich nur mehr im Hintergrund mit. Für mich hat die wahre Reise, ein Studium und Leben in Neuseeland, schon längst begonnen.
Die letzten Monate, meist überschattet von allen möglichen Vorbereitungen, Bürokratien und zahlreichen Unsicherheiten sind vergessen. Der Abschied tat schwer doch nun wartet das eigentliche Abenteuer. Ein Traum, den wahrscheinlich viele andere gerne mit mir teilen würden, geht nunmehr in die Realisierungsphase über. Ein Traum, der sicher ein Stückweit mein Leben verändern wird....“

Wenn ich heute diesen mehr als ein Jahr alten Tagebucheintrag lese kann ich mich wieder lebhaft an meine Situation zurückerinnern. Nur zu gut haben sich diese Ereignisse in mein Leben eingebrannt und es verändert.

Rückblende: Ich kann mich noch erinnern als die Idee für ein Auslandsstudium geboren wurde. Es war Sommer, drückend heiß und als gerade maturierter Schüler hatte zu dieser Zeit – richtig, nichts zu tun. Anders als die Mehrheit meiner Klassenkameraden hatte ich meine Zukunft noch nicht vollends verplant. A sieht sich in 6 Jahren schon als Supermanager, B blättert schon im Porschekatalog und C weiß nur eins was er werden will, reich. Na ja, jedem das seine. Mir war jedenfalls klar dass ich es anders machen wollte. Ein Leben lang am selben Ort groß werden, studieren, arbeiten und dann alt werden? Das Abenteuer in einem 2 Wochen Pauschalurlaub kennen lernen? Sich von Neckermann, TUI und Co. die richtige Welt zeigen lassen?

Mir wurde mehr und mehr bewusst, dass wenn ich diese Chance jetzt nicht nütze, ich mir ein Leben lang in den Allerwertesten beißen würde. Noch lebe ich ein Leben ohne feste Bindungen, Verpflichtungen und rigiden Erwartungen. Ich bin frei und kann (nahezu) alles machen zu dem ich Lust habe. Ein Schema F Leben – Nein danke!

Hier kam das Ranke-Heinmann Institut ins Spiel. Nach erster Kontaktaufnahme wurde mir klar, dass meine Chancen gar nicht schlecht sind genommen zu werden. An dieser Stelle möchte ich dem gesamten Ranke-Heinemann Team meinen Dank aussprechen. Ohne deren Hilfe und Beratung wäre ich vermutlich nicht hier. Weiters möchte ich anmerken, dass dieser Dank auf ehrlichen Erfahrungen und nicht auf irgendwelchen Zahlungen beruht. Wäre ich mit dem Service und der Betreuung unzufrieden gewesen täte ich diese Zeilen wahrscheinlich nicht schreiben.

Nach einem ersten screening der Universitäten, meiner Studienleistungen und Erwartungen, kam die eigentliche Hürde: der TOEFL Sprachtest. Gleichermaßen bekannt und gehasst auf der ganzen Welt. Jedem der sich vor so einem Test fürchtet kann ich nur sagen: halb so schlimm. Meine Vorbereitung bestand mehrheitlich aus 2 Test Cds mit Übungen und Practice Tests und dem ansehen von Videos. Die Tests um sich an das Format zu gewöhnen und die Filme um die Listening Comprehension zu meistern. Meine Schulnoten in Englisch waren eher recht als schlecht, aber ich schaffte dennoch 257 Punkte (4,5 Essay) im Test. Man wird dort behandelt wie ein Schwerverbrecher, aber na ja: Abzocke eben. Das Aufnahmekriterium war 213 Punkte. Hollywood und Co. haben doch auch ihre guten Seiten. Der Rest war dann eigentlich nur mehr Formsache. Universität suchen, anmelden, Unterkunft suchen, anmelden, Flug suchen, buchen. Und irgendwann auf einmal sieht man einen rot markierten Tag im Kalender stehen. – Ist das wirklich war?


Doch warum ausgerechnet nach Neuseeland, ans andere Ende der Welt? – Hat man sich einmal für ein Auslandsstudium entschieden dann wird einem diese Frage circa 3-4 mal am Tag gefragt. Was am Anfang noch Spaß macht zu erzählen wird allmählich zur Predigt. Warum Neuseeland also? – Für mich hat Neuseeland schon immer eine Faszination ausgestrahlt. Diverse Dokumentation, Berichte und die eindrucksvolle Geschichte des Landes begeisterten mich schon immer. Eine Landschaft wie sie wilder und abwechslungsreicher kaum sein kann, eine Ureinwohnerkultur, die nicht vollkommen ausgerottet oder assimiliert wurde sowie ein international anerkanntes Studienangebot ließen meine Wahl auf Neuseeland fallen. Australien? – Wäre eine Möglichkeit gewesen, doch nach näherer Betrachtung behielt dann doch Neuseeland die Oberhand.


Mein Ziel war Dunedin, eine kleine Stadt an der Ostküste der Südinsel Neuseelands. Ein Blick in den Atlas lässt erahnen dass es sich nicht gerade um eine Millionenstadt a la Kairo, New York oder Mexiko City handelt. Diese Stadt stellt sodann meine Heimat für die nächsten 2 Jahre dar. Mit einer Einwohnerzahl von circa 120.000 Kiwis und 20.000 Studenten gereicht der Name Universitätsstadt aller Ehre. Und eben diese 20.000 Studenten machen Dunedin zu dem was es ist: Eine wahre Studentenhochburg. Ein Flair den man kaum erahnen oder sich vorstellen kann ohne jemals hier gewesen zu sein. Wien, Zürich und München mögen auch als Studentenstädte gelten, aber hier in Dunedin zentralisiert und fokussiert sich alles und jeder auf die sogenannten scarfies (Schalträger/Studenten). Vom Bäcker bis zum Friseur oder der Autowerkstatt, jeder hat Studentenpreise und Special Deals. Doch auch neben der Universität hat Dunedin einiges zu bieten: Ein nettes Stadtzentrum und allemal sehenswerte Gebäude. Man muss hierbei bedenken dass man Städte wie man sie aus Europa kennt hier nicht vorfinden wird. Einzig und allein Wellington hat den leichten Touch einer europäischen Stadt. Aber mal ehrlich – Neuseeland ist schließlich auch nicht berühmt für seine Städte.
Die meisten Ortschaften und Städte sind grid-cities und eher langweilig, da alles sehr homogen wirkt.

Wen aber schon die Naturdokus und Bildbänder begeistert haben wird von diesem Land begeistert sein. Von Wüste hinzu Gletschern, Vulkanen, Steppen und Regenwald. Neuseeland bietet alles auf kleinstem Raum. Eine Tierwelt die man allenfalls mal im Zoo gesehen hat lebt und zeigt sich direkt vor den Füßen des Betrachters.

Zu schön um wahr zu sein? – Was hier wie eine Lobeshymne a la Lonely Planet klingt ist Realität.

Mit dem einzigen Problem: Wer niemals hier wird es nie verstehen. Wie viele Schigebiete dieser Welt bieten direkten Blick auf Meer? Ein Bad in einem fast 40 Grad heißen Bach, noch dazu gratis, normal? Auf einer Strecke von weniger als 150 Kilometern 3 verschiedene Vegetationszonen, normal?

Genau hier zeigen sich die Vorzüge wenn man in einem Land lebt anstatt es nur zu bereisen. Wer Neuseeland im „Europe in 7 days“ Stil erkundet wird wahrscheinlich ein paar Nette Photos und ein paar Souvenirs nach Hause bringen. Wie aber in den meisten Fällen liegt das richtige Neuseeland liegt fernab der Touristenrouten. Hier zu leben eröffnet einem ganz andere Horizonte und Möglichkeiten. Wer wird einem das Land besser näher bringen können, ein befreundeter Neuseeländer oder der Betreiber eines Backpackerbusses, den nur Zahlen und Partnerverträge interessieren. Ein eigenes Auto ist günstig, da es generell keinen Versicherungszwang gibt und das Fahrzeug auch in einem eher laxen Zustand noch als verkehrstauglich gilt. Wem dies zuviel ist der profitiert hier von einer durchaus guten touristischen Infrastruktur. Bus und Flugverbindungen sind zahlreich und wer früh bucht kommt auch ganz günstig weg. Zu sagen gäbe es noch vieles, aber das überlasse ich dann lieber Lonely Planet, Dumont und Co.


Generell möchte ich noch das Leben in Neuseeland und vor allem das in Dunedin hier erläutern. Wer als internationaler Student nach Dunedin kommt hat die Qual der Wahl wo er/sie leben will. Private Flats, Uni-flats, Studentenwohnheime oder eigens für internationale Studenten geschaffene Wohngemeinschaften.

Bei privaten Wohnungen sei Vorsicht geboten. Viele der Flats sind alt, schlecht gebaut und sauteuer. War früher noch die mieseste Wohnung ein Statussymbol und Indikator für ein gutes Studentenleben, ist heute doch jeder froh über einen gewissen Standard. Generell berappt man rund 90-100 NZD (ca. 50€) pro Woche und das für 52 Wochen. In der Regel teilt man sich dann die Wohnung mit 4-5 anderen Mitbewohnern. Der Substandard der Häuser wird einen Mitteleuropäer leicht erstaunen. Isolierung – Nein. Doppelglas - Nein. Bauweise – Filigran. Lebensweise – Witzig. Speziell das Thema heizen sollte nicht außer Acht gelassen werden. Hier auf der Südinsel kann es im Winter doch sehr frisch werden und zeitweise sogar schneien. Mehr als 95% der Wohnungen heizen mit Strom, der Rest mit Zentralheizung. Wer es also warm haben will muss zahlen, und das nicht zu knapp. Deshalb herrscht in den meisten neuseeländischen Wohnung auch subpolares Klima. Die schottischen Nachfahren lassen Grüßen.

Für unsereins sind Studentenwohnheime eine gute Alternative. Zuerst erscheinen die Preise relativ hoch, doch wenn man bedenkt dass neben der Unterkunft auch Strom und Wasser nichts mehr kosten sowie auch Vollpension inkludiert ist, ist es nicht mehr so schlimm. Der größte Vorteil ist aber, dass man dort jede Menge Kiwis kennen lernt. Die meisten 1-Jahres Studenten leben ein Jahr in einer Hall und suchen sich dann eine Wohnung. Gut bewährtes System. Ich würde daher jedem raten mindestens ein Semester in einer Hall zu verbringen. Dann hat man einen Überblick und ersten Eindruck kann sich in Ruhe entscheiden. Wer will denn ehrlich gesagt schon mit irgendwelchen schrägen Vögeln zusammenleben? Carrington Hall, Knox College und Salmond Hall sind gute Adressen für Internationals.


Das Nachtleben ist ein weiteres interessantes Kapitel. Und an dem fehlt es Dunedin sicher nicht. Dafür sorgen die örtlichen Kneipen, Bars und Lounges und Veranstaltungen. Montags bis Sonntags ist hier etwas los. Neben der OUSA (Otago University Student Association) laden auch die Uni selber und vor allem die diversen Clubs und Gemeinschaften zu Feiern ein. Da kann es schon mal passieren dass im Eifer des Gefecht das eine oder andere Sofa in Brand gesteckt wird (Ein für Mitteleuropäer doch eher ungewöhnlicher Brauch). Speziell die O-Week, die einwöchige Einstandsfeier zu Beginn des Jahres sollte man auf keinen Fall verpassen.

Wer hart feiert muss dann auch Sport treiben. Clubs & Socs, der Sportanbieter der Universität bieten so ziemlich alles an was man sich wünschen kann. Von Astronomie zu Massagekursen, Karate, Maori, Bildhauerei, Kajak, Jetboating hin Boxen oder Fallschirmspringen. Für so ziemlich alles gibt es einen Club oder einen Verein. Zusätzlich besitzt die Uni auch noch ein Fitnesscenter, das jeden Studenten frei zur Verfügung steht.


Zum Ende noch ein ganz besonderer Tipp. Die geographische Nähe zur Südsee ist ein anderer Anreiz für ein Studium in Neuseeland. Wie oft bekommt man im Leben schon die Möglichkeit in wenigen Stunden so günstig nach Fiji, Bora-Bora, Tonga, Samoa oder Rarotonga zu sein? Air New Zealand, Freedom Air und Pacific Blue bieten immer tolle Urlaubsdeals für arme arme Studenten an. Man braucht daher kein Millionär sein um die Südsee zu erleben. Backpacker willkommen...

Ich hoffe mit diesem kurzen Erfahrungsbericht ein bisschen Licht in das Unternehmen Auslandsstudium gebracht zu haben. Bei Fragen – Mails sind gerne gesehen.

In diesem Sinne wünsche ich jedem Studieninteressierten alles gute und toi, toi, toi...

Lebe deinen Traum!


Nicht Ende - ZUKUNFT


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Erfahrungsbericht - Tina Vater



Erfahrungsbericht Neuseeland: Institut Ranke Heinemann


Ich habe mich entschlossen einen Erfahrungsbericht ueber die Zeit hier im Winter zu schreiben. Grund dafuer ist, dass Neuseeland im Winter nahezu ein Mysterium darstellt. Reiseberichte ueber Neuseeland sind immer voll von blauen Himmel, gruenen Wiesen, lachenden Menschen und tuerkisfarbenem Meer. Dabei ist offensichtlich den wenigsten Menschen bewusst, dass der Sommer nicht endlos ist. Auch nicht in Neuseeland. Ich habe schon mit mehreren Menschen darueber diskutiert, warum das so ist, dass man von Neuseeland im Winter ausserhalb Neuseelands nichts liest, sieht oder hoert. Wir waren alle ratlos. Soll der Traum vom Paradies nicht zerstoert werden? Gibt es gar ein weltweites Abkommen der Regierungen, welches jegliche Aeusserungen ueber das Land in den Monaten Mai bis Oktober verbietet? Faellt diesem Abkommen letztendlich auch mein Erfahrungsbericht zum Opfer?
Dabei ist Winter in Neuseeland, speziell in Dunedin interessant, und bietet genug Stoff, um ein kleines Buch mit den Erlebnissen im hiesigen Winter zu fuellen. Winter hier ist gewoehnungsbeduerftig. Anpassungsfaehigkeit zahlt sich aus.
Angefangen hat alles im April. Die ersten kuehlen Tage haben sich eingeschlichen, und mein Kiwi- ‘Kommilitone’ Mark hat mich gefragt, ob es stimmt, dass wir in Europa Haeuser haben, in denen es auch im Winter warm ist. Ich dachte zu dem Zeitpunkt noch fuer einen Moment, dass das Kiwi Humor sein muss, ehe ich mitbekommen hab, dass die Frage kein Witz war. Es war Ernst, und Mark fand den Gedanken toll, auch im Winter 23 Grad im Haus zu haben. Ich fand das komisch. Damals kannte ich Winter in Neuseeland noch nicht. Jetzt ist das alles anders. Laengst haben wir Schnee gehabt und auch Hagel und eisige antarktische Stuerme.
Das alles ist an sich nicht schlimm, Schnee und Kaelte ist man gewoehnt wenn man aus Deutschland kommt. Was wir Kinder des Wohlstandes nicht mehr gewoehnt sind, ist Einfachglas in den Fenstern oder unisolierte Haeuser. Und gerade diese kleinen Dinge fuehren zu beachtlichen Wohn- und Lebensunterschieden. Dunedin wird nicht so kalt im Winter wie zum Beispiel Leipzig, aber es wird dennoch kalt. Unisolierte Haeuser und Einfachglas fuehren dann zu irgendwie auch witzigen Erlebnissen wie mir ein anderer Kiwi- ‘Kommilitone’ Tom kuerzlich erzaehlte: Wenn die bei sich zu Hause waehred der Wintermonate den Kuehlschrank aufmachen, kommt warme Luft raus. Diese warme Luft aus dem Kuehlschrank stellt in sich gesehen ein Paradox dar, und eben diese warme Luft aus dem Kuehlschrank laesst einen dann erst merken, wie kalt es wohl in dem Haus, in dem man lebt, sein muss. Man ist sich desssen nach einer gewissen Adaptionsphase, in der man verschiedenste Strategien versucht um der Kaelte zu trotzen, nicht mehr bewusst. Bei mir war das so: am Anfang hab ich die Heizung angestellt. Dann haben wir festgestellt, dass das zu teuer wird auf Dauer. Dann bin ich eine Weile mit Waermflasche unterm Pullover rumgelaufen, das war irgendwann unbequem, weil Waermflaschen die Eigenschaft haben erst zu heiss und dann viel zu schnell zu kalt zu werden, eine angenehme temperatur erreichen sie fuer ca. 10 min., was zu kurz ist, um sich wohlzufuehlen. Als naechstes hab ich versucht im Bett zu arbeiten. Eingehuellt in mehrere Schichten von Decken, aber auch das war aus verschiedensten Gruenden nicht gut. Waehrend der ganzen Zeit war ich im Normalfalle eingehuellt in 5 oder 6 Schichten von Pullovern, Strickjacken, Schal und Muetze. Dann hab ich die Buecherei an der Uni entdeckt. Nicht dass ich die Buecherei nicht kannte, ich kannte sie einfach anders. Als Ort an dem man Buecher holt, fuer ein zwei Stunden liest. Jetzt ist die Buecherei der Ort, an dem ich hauptsaechlich den Winter verbringen werde. Die Hauptbibliothek der Uni Otago ist riesig, mit grossen Fenstern, Sesseln, optimalen Arbeitsbedingungen. Sie hat einfach alles, was des Studenten Herz begehrt. Und: sie ist warm. Hier sitze ich nun und geniesse ich die gemuetliche Atmosphaere. Draussen ist grauer Himmel und die Strassen sind nass.
Dunedin im Winter ist einmalig. Ich weiss genau, dass ich mich noch in 30 Jahren an die Zeit hier mit all den skurillen Erlebnissen erinnern werde.


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Erfahrungsbericht - Delf Weinhold



Erfahrungsbericht
Auslandssemester Medienmanagement
University of Otago, New Zealand
Zweites Halbjahr 2006

Ich war vom Juli bis Dezember 2006 zum Auslandssemester an der University of Otago in Dunedin, Neuseeland.

Bei meiner Reisevorbereitung haben mir die Tipps des Ranke-Heinemann-Instituts und besonders die diversen Erfahrungsberichte anderer Studenten sehr geholfen. Deshalb möchte auch ich meine Erfahrungen niederschreiben. Übrigens, lest soviel Berichte wie möglich, fragt persönlich die Leute, die in Neuseeland/Australien waren, denn viele Angaben sind widersprüchlich und oft unwahr. Hier gilt also der journalistische Kodex der Verifizierung.

Zuerst möchte ich wirklich jedem ans Herz legen, wenigstens ein halbes Jahr in irgendeiner Form im Ausland zu leben. Einfach mal raus aus dem deutschen Einheitsbrei; andere Mentalitäten und Lebensweisen kennen lernen, den Kopf frei machen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben und mit klarem Kopf auf die deutschen Verhältnisse schauen. Ganz nebenbei ist man dann um ein Stück Lebenserfahrung reicher und verbessert seine Sprachkenntnisse.

Jedem der darüber nachdenkt nach zum Studieren nach Neuseeland zu gehen, muss drei Dinge vorab wissen: Erstens sind die Kosten für ein Studium außerhalb Europas und somit außerhalb des Erasmus-Programms sehr hoch. Für ein Semester legt man da schon um die 5000 Euro hin. Zweitens setzen die Universitäten beste Studienleistungen und Sprachkenntnisse voraus. Studiert wird vor Ort auf sehr hohem Niveau, ein hohes Maß an Selbstorganisation und Fleiß ist schon von Nöten. Drittens solltet Ihr recht unbefangen an das Abenteuer Neuseeland herangehen. Es ist nicht Europa, es ist auch kein sonnenverwöhntes Land nur weil es nah an Australien liegt und die Leute können für deutsche Gewohnheiten schon sehr „strange“ sein.

Uni-Auswahl

Prinzipiell solltet Ihr Euch auf den diversen Homepages der Universitäten über die Kursangebote, den Accomodation Service und sonstige Leistungen der Universitäten informieren. Als deutscher Student fällt es nicht schwer in einen Kurs einzusteigen, wenn ihr schon Vorkenntnisse oder dasselbe in Deutschland studiert habt.
Klar sucht man sich die Unis auch nach bester Lage und Freizeitmöglichkeiten aus, aber dennoch verbringt man für deutsche Verhältnisse sehr viel Zeit in der Bibliothek und am Rechner. Eigentlich sind alle neuseeländischen Universitäten sehr gut. Die University of Otago soll sogar unter den Top 10 der südlichen Hemisphäre sein. Die Betreuung und Hilfe durch Unimitarbeiter ist überwältigend.

Ich studiere Medienmanagement und wollte daher einige Medienkurse belegen. Das ist recht schwierig und wird als postgraduated study selten angeboten. Aber alle anderen Bereiche sind stark vertreten. Habt Ihr genaue Vorstellungen darüber was Ihr machen wollt, dann fragt einfach das Heinemann Institut, die haben viel Erfahrung und kennen die Unis sehr genau, leider die australischen besser als die neuseeländischen.

Die einzelnen Bewerbungsschritte sind ja auf der Institutseite ausführlich beschrieben. Schickt Eure Unterlagen erst ab, wenn Ihr alle Kopien, Gutachten und Übersetzungen zusammen habt, das verkürzt die Wartezeit.

Man kann ein normales Auslandssemester (undergraduated, d.h. 100-300 level paper) absolvieren oder sich für ein Postgraduiertes Studium entscheiden (400-500 level paper). Das Zweite hat den Vorteil, dass man nur die domestic fees berappen muss, was ca. 1/5 der international fees bedeutet. Wer dies macht kann auch gleich darüber nachdenken, seinen Master-Abschluss zu machen. Zu schaffen ist dies auf alle Fälle. An die englischen Fachausdrücke gewöhnt man sich recht schnell.

Für das Study Abroad Programm waren beim Institut Ranke-Heinemann einzureichen:

• Abiturzeugnis in beglaubigter Kopie,
• Vordiplom/Zwischenprüfungszeugnis in beglaubigter Kopie,
• Study Transcript (beglaubigt) – herunterzuladen von der Website Ranke-Heinemann,
• Study Abroad Bewerbungsformular der neuseeländischen Universität von der neuseeländischen Uniwebseite (in meinem Fall: www.vuw.ac.nz),
• Bewerbungsformular Institut Ranke-Heinemann,
• Toefl- oder IELTS-Testergebnis

Das alles wird übersetzt und direkt an die Uni weitergeleitet.

Bei erfolgreicher Bewerbung bekommt man dann einen Offer Letter zugeschickt. Den angebotenen Studienplatz nimmt man an, indem man die Studiengebühren überweist.
Dem Offer Letter sind beigefügt: Fees Invoice, Meeting Service Form, Accomodation Guide, Insurance Information. Man sollte auf jeden Fall die Versicherung der Universität annehmen, denn sie ist genau auf die studentischen Bedürfnisse zugeschnitten und kostengünstiger als eine deutsche Versicherung.

Visum

Das Institut Ranke-Heinemann empfiehlt, ein Studentenvisum schon von Deutschland aus zu beantragen. Die meisten Deutschen handhaben das auch so, man kann es allerdings auch erst vor Ort beantragen. Jedoch gibt es dann oft Probleme bei der Einreise, da ohne Studentenvisum ein Rückflug innerhalb der nächsten 3 Monate gebucht sein muss. Das VISUM kostet ca. 120 Euro und wird in Berlin beantragt (www.nzembassy.com). Nicht erschrecken, Ihr bekommt einen umfangreichen Fragebogen. Doch innerhalb von einer Woche solltet Ihr dann das das Visum im Pass haben. Vorsicht: Mit einem Studentenvisum hat man in den meisten Fällen Arbeitsverbot.

Banken

Es ist darüber hinaus sinnvoll, sich ein Konto bei der Deutschen Bank einzurichten, da diese mit der Westpac in Neuseeland einen Partnervertrag hat, und man somit bei der Westpac ohne Extragebühren abheben kann. Man kann sich auch ein Konto vor Ort einrichten, das ist für Studenten recht günstig. Es gibt verschiedene Banken wie Westpac und NZBank, die immer wieder mit Angeboten um Kunden werben. Mit so einem Konto kann man dann auch überall mit EFTPOS bezahlen (so ne Art ec-Kartensystem).

Flug buchen

Das Erste was Ihr überhaupt tun solltet, kümmert Euch um einen Flug. Mindestens ein halbes Jahr vorher sollte die Hin- und Rückreise gebucht werden. Man glaubt gar nicht, wie der Luftraum Asien und Ozeanien überbucht ist. Besonders an Feiertagen wie Weihnachten bekommt man bereits ein halbes Jahr vorher keinen Platz mehr. Erkundigt Euch auch hier wieder bei allen möglichen Quellen. Schaut Euch die Fluggesellschaften im Netz an, vergleicht Service, Komfort und Extraangebote. Ich kann die Niederlassungen von STA Travel empfehlen, die kennen sich aus und sind sehr freundlich, bieten Studentenrabatte und Ranke-Heinemann-Rabatte an.
Prinzipiell sind alle Langstreckenflüge im Test sehr gut. Das müssen sie auch sein, denn wenn man so 30-40 Stunden fliegt, ist das körperlich bereits an der Schmerzgrenze.
Lasst Euch von Reisebüros beraten, jedoch prüft auch hier zweimal. Bei mir hatten die regionalen Reisebüros keine Ahnung und machten komplett unterschiedliche Angaben zu Stop-Over-Programmen, Gepäckangaben und dem Vielfliegerprogramm.
Die domestic flights in Neuseeland, also von Auckland oder Christchurch an Euren Studienort bucht über das Internet (www.airnewzealand.com) möglichst frühzeitig, dass spart jede Menge Dollars.

Die Flugroute ist auch entscheidend. Über den Osten kommt Ihr schneller und billiger, d.h. ab 1000 Euro für Hin und Zurück, allerdings sind da nur 20 kg pro Person erlaubt und das ist für ein halbes Jahr verdammt wenig. Die Westroute lockt mit 2 x 23 kg und einem Stop-Over in den USA. Allerdings haben die, die das geflogen sind, von haarsträubenden Sicherheitschecks mit Schuhe und Hosen ausziehen, erzählt. Keiner von denen würde die gleiche Route wieder fliegen, denn das kostet wahnsinnig Zeit. Außerdem gehen die Flüge so erst ab 1.400 Euro los.

Zwar kursieren immer wieder Gerüchte, dass die ein oder andere Fluggesellschaft für Studenten extra mehr Kilos erlaubt, jedoch hatte ich keinen Erfolg und bedenkt, dass wenn Ihr Eure Anschlussflüge in Deutschland und Neuseeland bucht, diese Kulanz nicht mehr gilt und Ihr dann bei Übergepäck kräftig zur Kasse gebeten werdet. Also lieber gleich auf 20 kg + 7 kg Handgepäck einstellen. Meine Erfahrung lehrt, nehmt nur das wichtigste mit. In NZ werdet Ihr ohnehin alles kaufen können und wollen, deshalb lasst alles Überflüssige zuhause, in NZ muss man nicht, im Gegensatz zu Deutschland, als Fashionqueen/king auftreten. Die sind kleidungstechnisch viel entspannter.

Bucht auch einen Stopover. Wenn Ihr schon mal um die halbe Welt fliegt, dann lohnt es sich auch in anderen Ländern vorbeizuschauen und ein bis drei Tage Entspannung vom Flugstress braucht ihr auch. Manche Fluggesellschaften (wie Emirates) bieten zwei Tage kostenlose Unterbringung in manchen Ländern an, aber da müsst Ihr selbst nachfragen.

Meldet Euch für das jeweilige *Miles and More* Programm an. Bei Emirates heißt das Skywards. Ich habe mit Hin- und Rückflug 26.000 Meilen gesammelt und kann dann schon ein näheres Ziel kostenlos bereisen.

Koffer packen

Das traumatischste Erlebnis überhaupt, wenn man am Tag der Abreise mit der Waage um jedes T-Shirt feilschen muss. Hier gilt das Motto, weniger ist mehr. Alles was ihr braucht gibt es in NZ. Denkt auch an die vielen Souvenirs die auf der Rückreise Euren Koffer noch befüllen wollen. Kleidung ist ohnehin etwas billiger in Neuseeland.
Abhängig von Eurem Studienort schwankt die Jahrestemperatur in NZ erheblich. Denkt bitte daran, dass NZ zwar neben Australien liegt, aber auch so knapp 4000 km vom Südpol entfernt ist. D.h. es kann durchaus erheblich kalt werden, vor allem herrscht ganzjährig ein heftiger Wind. Ich war wohl in der südlichsten Unistadt Dunedin und selbst im Sommer schwanken die Temperaturen dort. Dicke Pullover, Socken, festes Schuhwerk für Wanderungen, regen- und windfeste Jacken, Mütze und Schal sind ganzjährig von Nöten. Denkt auch an einen guten Schlafsack. Ich habe die Wintermonate trotz zweier Decken zusätzlich einen Schlafsack benötigt. Achtung: Zentralheizung ist in NZ ein Fremdwort. Es kann durchaus sein, dass Ihr drinnen mehr friert als draußen, da die Holzwände die Kälte speichern.

Wohnen

Für die Unterkunft bewirbt man sich am besten nach Studienplatzzusage beim Accomodation Service. Prinzipiell gibt es drei verschiedene Wohnmöglichkeiten:

University Flat: Günstigste Variante mit 90-110 Dollar pro Woche. Man wohnt in relativer Uninähe mit 2-5 Mitbewohnern. Die Häuser sind in Ordnung. Allerdings sollte man nicht mit deutschen Reinheitserwartungen anreisen. Nebenkosten sind abhängig von Eurem Stromverbrauch (ca. 60 Dollar pro Monat). Die Miete bezahlt ihr in bar in der Uni, wöchentlich oder monatlich, wie Ihr wollt. Da es keine Zentralheizungen in den Wohnungen gibt, strapazieren die kleinen Zimmerheizer die Energierechung im Winter erheblich. Telefon ist meist vorhanden. Gespräche innerhalb einer Stadt sind kostenlos.

Toroa: Klassische Studentenwohnheime. Ihr wohnt mit 4-5 anderen Nationen zusammen. Alles ist sehr streng geregelt, wenn Ihr also eher Freigeister seid, ist das nix. Die Wohngemeinschaften sind sehr gut für die Kontaktaufnahme, weil selten ein Abend ohne Party vergeht. Allerdings hat man dann auch kaum Ruhe zum Studieren. Viele Studenten zeigten sich nach einiger Zeit genervt von den Störungen. Großer Vorteil dieser Wohnungen ist die kuschelige Heizung. Kosten liegen bei 120-140 Dollar pro Woche.

Student Halls: Das sind auch Wohnheime mit Vollverpflegung und Zimmereinigung. Das schlägt sich dann auf die Kosten nieder (240 Dollar und mehr pro Woche). Allerdings habe ich ausgerechnet, dass man mit Einkauf und Nebenkosten woanders auch nicht billiger kommt. Nachteil sind die festen Essenszeiten, die Eure Freizeitgestaltung einschränken.

Leben / Einkaufen

Die Lebenshaltungskosten sind ungefähr wie in Deutschland. Manches ist günstiger, manches teurer. Vor allem alle Milchprodukte wie Käse und Joghurt sind sehr preisintensiv. Dafür sind dann Kleidung und Fast Food günstig. Essen im Restaurant ist dagegen sehr teuer, ebenso wie harter Alkohol. Die Preise sind mit einer speziellen Tax belegt, die sich an den Alkoholprozenten orientiert. Alkohol ist nur in speziellen Liqueur Stores erhältlich.

In Dunedin gab es zum Shoppen wirklich nur eine Einkaufsstraße. Die Auswahl und Vielfalt litt darunter. Auch gibt es in NZ die gewohnte Mittelschicht fast gar nicht. Entweder man sieht Anzugträger oder Teenager im Skaterstyle. Generell legen die Kiwis keinen großen Wert auf Kleidung. Das ist zur Abwechslung sehr entspannend, auch wenn die amerikanischen Studenten mit Ihrem Kleidungsstil eher Naserümpfen auslösen. Beliebtestes Kleidungsstück sind Flipp-Flops und kurze Bermudahosen, auch schon mal im Winter bei 3 Grad.

Krankenversicherung

Meist bekommt Ihr mit dem Infomaterial der Uni auch ein Angebot für eine Krankenversicherung. Diese ist auf Eure Bedürfnisse maßgeschneidert und deckt eigentlich alle Schadenfälle in ausreichender Höhe ab. Viele Studenten haben positive Erfahrungen damit gemacht, als sie ins Krankenhaus mussten, wegen Armbrüchen und diversem Kram. Deutsche Versicherungen kennen sich oft mit den länderspezifischen Besonderheiten nicht aus, dann braucht ihr eine Übersetzung von dem deutschen Versicherer für das Visum usw.
Die einfachste Variante ist wirklich über die Uni zu buchen. Vor Ort müsst Ihr zwar erstmal alle Rechnungen selbst bezahlen, könnt aber die Quittungen an die Versicherung schicken und bekommt ohne Probleme das Geld wieder.

Studium allgemein

Ich war schwer beeindruckt von dem Studienniveau in Neuseeland. Die University of Otago gilt als eine der besten Unis auf der südlichen Hemisphäre. Prinzipiell unterscheidet sich das Studium in NZ erheblich vom deutschen Fachhochschulalltag und auch von deutschen Unis.
Es wird sehr viel Engagement und eigene Vorbereitungen vorausgesetzt. Oft ist es in Deutschland doch so, dass wir 13 Wochen „Party“ haben und dann 3-5 Wochen puren Stress. In NZ wirst du von Beginn an gestresst. Maximal kann man 5 Kurse belegen, jedoch würde ich zu vier raten. Pro Seminar muss man, zumindest sind das meine Erfahrungen aus dem postgraduierten Studium, 20 Stunden an Vor- und Nachbereitung aufbringen, also mehrere Fachartikel lesen, Präsentationen erstellen, Essays schreiben oder Vorträge halten und das jede Woche, jedes Fach. Gerade am Anfang, wenn die Sprache noch nicht richtig fließt, dann ist das sehr zeitaufwendig.
Sehr gut ist die Betreuung von der Uni, entweder durch Lehrpersonal oder Lern- und Hilfsangebote. Da merkt man, wofür die Studiengebühren verwendet werden. Es gibt keinen Prof, der für einen Studenten kein Ohr hätte, in den PC-Pools sind ständig Ansprechpartner für alle möglichen Probleme und die Uni bietet viele Kurse (z.B. Wie schreibe ich englische Aufsätze? Wie studiere ich effektiv?)

Die Vorlesungen und Seminare sind ganz locker und in höheren paper in sehr angenehmen Kleingruppen. Es wird viel auf Interaktion gesetzt und nicht soviel doziert. Mit dem Wissensstand eines deutschen Studenten hat man keine Probleme dem Stoff zu folgen. Klar, an die Sprache muss man sich erst gewöhnen, aber das geht relativ schnell. Wichtig ist auch, sich nicht mit so vielen Deutschen in der Freizeit zu umgeben, denn dann leiden Eure Sprachfortschritte.

Wenn auch das Studienniveau hoch ist, so sind die Kiwi-Studenten sehr, sehr faul. D.h. alles wird auf die letzte Minute vorbereitet, locker gesehen und das Motto gilt: Vier oder hier eben C- gewinnt. Wer sich reinkniet wird locker gute Ergebnisse erzielen. Man kann auch sagen, dass die Unis auf die Gaststudenten sehr scharf sind, schon wegen den Studiengebühren und ich glaube, deshalb wird man auch sehr wohlwollend bewertet.

Kurswahl

Mit der Uni werden Eure Wunschkurse und die Zulassung im Vorfeld abgestimmt. Die eigentliche Kurswahl findet dann vor Ort am Approval Day statt. Auf de Campus wird sich dann in die Kurslisten eingeschrieben und auf einem Formular bestätigt. Gefällt Euch ein Seminar in der Praxis nicht, dann habt Ihr die Möglichkeit mit einer einwöchigen Frist dies zu ändern.
Ich möchte hier nochmals darauf hinweisen, dass wenn Ihr Euch für 100-300er paper entscheidet, die internationalen Studiengebühren bis 5000 Euro pro Semester fällig sind. Dank eines deutsch-neuseeländischen Abkommens studiert postgraduated, ab 400er paper für domestic fees, also für nur 1/5. Außerdem lohnt es sich wirklich zu überlegen einen Zusatzabschluss in NZ zu erwerben, also Master oder ähnlich.

Orientation Week

Das International Office kümmert sich sehr intensiv um die ausländischen Studenten. Gerade am Anfang werden viele Partys, Tagesauflüge, Kulturtrips und Campus-Touren angeboten. Hier ergibt sich reichlich Gelegenheit Kontakte zu anderen zu knüpfen, ganz wichtig für die späteren Einladungen zu Hauspartys und den Affärenklatsch.

Außerdem gibt es in Dunedin ein Recreation Center das über ganz unterschiedliche Sport- und Freizeitangebote verfügt (Skydiving, Weintouren, Rafting, Climbing). Hier sind schnell die besten Angebote voll, deshalb frühzeitig anmelden. Das Center stellt sich aber auch in der Orientation Week vor.

Allgemeine Tipps

Nutzt Euren Aufenthalt dazu, soviel wie möglich von Neuseeland zu sehen, ohne das Studium zu vernachlässigen. Ich habe die Woche sehr hart gearbeitet und die Wochenenden für Ausflüge genutzt. Wichtig ist es sich ein Auto zuzulegen (gibt es schon ab 1000 Euro) oder Freunde mit diesem zu suchen. Es bilden sich aber immer wieder ganz internationale Fahrgemeinschaften. Fliegt auch auf die Fiji-Inseln (ganzjährig warm), die Cook-Inseln und nach Australien mit den Billigangeboten von Freedom Air, Jetstar und VirginBlue. So günstig kommt Ihr nie wieder in diese Gegend. Vergesst bitte nicht einen Nachweis Eures Rückfluges nach Deutschland mitzunehmen. Gerade auf Fiji gibt es sonst Ärger. Die Behörden akzeptieren das Visum irgendwie nicht und halten Euch am Flughafen fest.

Dunedin mag auf den ersten Blick sehr klein und farblos erscheinen, aber auch hier gilt, es zählt was ihr daraus macht. Keine Stadt ist wohl besser geeignet für grüne Ausflüge, Tagestouren an den Strand oder in die Schneeberge zum Skifahren und natürlich zum Wandern. Man kann auf den zahlreichen Track so tolle Aussichten genießen und seine Digicam bis zum äußersten strapazieren. Ich verzichte darauf Euch Sehenswürdigkeiten zu empfehlen, macht Eure Erfahrungen, macht so viel wie möglich und genießt jeden Augenblick, die Berge, die Schafe und die zahllosen Wasserfälle.

Literatur

Mit einem Reiseführer ist man gut unterwegs. Übernachtungstipps, Erklärungen und Geschichte/Geschichten bereichern Eure Ausflüge. Die beiden besten sind wohl der Rough Guide und der Lonely Planet. Kauft ihn auf Englisch, weil die Übersetzungen oft fehlerhaft sind. Viele Freunde fanden den Lonely Planet etwas fade und unübersichtlich. Ich war mit dem Rough Guide sehr zufrieden.

Bleibt mir nur, Euch viel Spaß zu wünschen für die wohl geilste Zeit Eures Lebens.


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Erfahrungsbericht - Nina Dickerhof



Aotearoa- Das Land der langen weißen Wolke. Diese Wolke schien auch jahrelang meine Träume zu umnebeln. Um mein Fernweh nach diesem Fleckchen Erde auf der anderen Seite der Welt zu befriedigen, musste ich nicht viel mehr tun, als 5 Semester zu studieren und dann einen kleinen Papierkrieg mit dem Ranke Heinemann Institut zu starten. Von wegen Krieg: Es erwartete mich ein friedliches Land mit freundlichen und herzlichen Einwohnern, dessen landschaftliche Schönheit mir so lange „itchy feet“ bereitete - wie die Kiwis sagen würden. So nennen sich nämlich die Einwohner Neuseelands. Der Stolz, mit dem sie diesen Namen tragen, ist ganz typisch für die Eigenheit der Kiwis: Denn schließlich handelt es sich bei dem Kiwi nur um einen flügellosen, fetten Vogel, der beinahe ausgestorben wäre. Die Freundlichkeit der menschlichen Kiwis jedoch konnten auch die Millionen von Touristen, die sich jährlich an Neuseelands Sehenswürdigkeiten erfreuen, nicht ausrotten. Und so wurde ich gleich am Flughafen herzlich willkommen: „Hey you gonna study in Dunedin. That’s awesome. See ya, mate!“ Und diese Mentalität begleitete mich durch das Studium vom „Course Approval“ zu den „final exams“. Das Studium war zudem eine Bereicherung für meine fachlichen Kompetenzen:
Die Vorlesungen wurden mit einem Enthusiasmus vorgetragen, den ich in Deutschland manchmal vermisste und der so manchen Studenten in der hintersten Bank aus dem Schlaf wecken könnte. Verblüfft schaute ich mich um: Jeder war gespannt, wollte etwas Neues lernen. Was für eine angenehme Lernatmosphäre. Fall man trotz all diesen positiven Grundvoraussetzungen doch einmal etwas nicht mitgekommen ist, standen die Professoren immer zur Verfügung. Mit einer Tasse Tee, einem offenen Ohr und gutem Rat. So fühlte man sich geborgen, gut aufgehoben und unterstützt. Die final exams bereiteten einem weniger Sorgen. Außerdem gab es alle erdenklichen Einrichtungen, die einem als Studenten zur zugänglich waren: Da waren zum einen Computerräume, in denen man sich auf den neusten Stand brachte, Wochenendtrips plante oder dich durch das Schreiben von eMails das Heimweh milderte.
Für kreativen und sportlichen Ausgleich sorgten Clubs and Societies und Recreation Services. Da konnte man allerlei neue Dinge ausprobieren: Von Salsa und Yoga über Surfen zum Astronomie und Ski Club.
Dann war da die moderne Bibliothek, mit ihren bequemen Lernsesseln und riesigen Fensterwänden, deren Aussicht und Atmosphäre das Lernen zum Vergnügen machte. Wurde einem selbst die Central Library zu eng, dann war die kleine, aber beschauliche Innenstadt Dunedins gleich um die Ecke. Und selbst das Ende der Welt hat irgendwann gelernt, guten Kaffee zu brauen. Auch wenn einem das neuseeländische Brot und der Käse auch nach fünf Monaten noch Heimweh bereiteten konnten. Aber auch dafür hat die University of Otago gesorgt: Es gibt ein Team an der Hochschule, das extra für die Bedürfnisse, Ängste und Fragen der internationalen Studenten zur Verfügung steht. Für medizinische Fragen geht man einfach zum Student Health Center. Im Studienalltag konnte also nicht viel schief gehen, umso risikofreudiger war man dann am Wochenende:
Ich bin gleich in der ersten Woche den Tramping Club beigetreten und es erwarteten mich aufregende Trips in Neuseeland’s Wildnis. Dass man dabei auch mal nass wird und im Freien übernachten muss war selbstverständlich. Auf der anderen Seite wurde man mit einem Reichtum an Wildlife, Naturschönheiten, aber auch Geselligkeit belohnt.
Und so fand ich heraus, warum mich die lange weiße Wolke Neuseelands so lange umschwebte…
Für mich war der Aufenthalt in Neuseeland nicht nur eine fachliche sondern auch persönliche Bereicherung. Man wächst über sich hinaus, probiert einfach mal was Neues aus. Zu Hause tendiert man dazu, sich vom Alltag abstumpfen zu lassen und dann findet man auf einmal neue Dinge über sich heraus, lernt neue Leute aus den verschiedensten Ländern dieser Welt kennen und gewinnt ein ganz neues Selbstbewusstsein.

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